en la calle

Vergangene Woche verbrachte ich überwiegend mit dem Team des  CDO’s, centro de organisacion. Durch Urlaub und Fortbildung geschwächt, waren die Mitarbeiter auf einen reduziert. Juan, Jose Luis, unser Arzt und ich unterstützten den Einzelkämpfer abwechselnd. Im CDO werden die Straßedneinsätze vorbereitet, d.h. es werden täglich an die 50 Brötchen mit Margarine geschmiert, Tee oder Kakao gekocht, der Arztkoffer aufgefüllt und eingepackt.  Ich habe in dieser einen Woche so viel Leid und Menschenunwürdiges gesehen, dass ich das gar nicht aufschreiben kann, denn dafür gibt es keine Worte; Kinder mit nackten Füßen bei 3 Grad, verdreckte Gesichterchen mit große Augen. Manchmal lächelnd (wegen des Kakaos und des Brötchens), machmal todtraurig. Ein Mädchen geht mir da gar nicht aus dem Kopf, abweisende Körpersprache, fehlender Blickkontakt, Anteilslosigkeit und Desinteresse. Soviel unendliche Traurigkeit und Resignation in diesen höchstens 10jährigen Kinderaugen! Betrunkene Obdachlose, am Boden zusammengekrümmt, unter sich lassend, mit rotunterlaufenden Augen, nicht mehr fähig um Hilfe zu flehen. Die Körper der Straßenleute übersät mit kleinen entzündeteten Geschwüren und anderen Verletzungen; zerrissene Kleidung, fehlende Schuhe, Schmerzen……Minderjährige, schwangere Straßenmädchen, Schuhe putzend, von den Macho-Jungs der Gang herumkommandiert. Eines der Mädchen der Intocables (der Gang der Unberührbaren) wird in 2 Wochen ihr erstes Kind zur Welt bringen. Wer hilft dir? fragte ich sie. Meine Gruppe, sagte sie. Oh Mann! Ich gab ihr meine Handynummer, damit sie mich anruft, wenn es soweit ist. Bin zwar keine Hebamme, aber irgendwie werden wir das Kind schon holen. Ganz geheuer ist mir die Sache ja nicht, kann nur zupacken und beten, dass Mutter und Kind die Geburt gut überstehen und nichts Schlimmes passiert, v.a. unter den unhygienischen Bedingungen und den kalten Temperaturen.
Ja, und so geht ein Tag nach dem anderen. Kleine Erfolge erlebe ich, wenn wir einen Obdachlosen nach Martin Lipa ins REHA Zentrum bringen können, weil er von der Straße weg will, oder in das Zentrum REMAR von einer befreundeten Holländerin (Seit gestern Vizefußballweltmeister) . Das sind Glücksmomente.
Nach hause komme ich so um 19:30 um noch etwas Schreibarbeit zu erledigen, das Erlebte zu überdenken, aufzuschreiben, abzulegen und zuentspannen, wenn möglich.

Wöchentlich werden von der SH circa 250 bis 300 Erwachsene, Jugendliche und Kinder besucht.  Manchmal treffen wir sie nicht am gewohnten Ort an, sie sind weitergezogen oder von der Polizei vertrieben worden. Manchmal sind sie auch einfach zu betrunken und /oder berauscht, als dass sie zum vereinbarten Ort gehen könnten. Einen unerfreulichen Zusammenstoß mit 4 Polizisten habe ich miterlebt, aber er ging glimpflich ab, die Polizei zog nach einigen Diskussionen und Beobachtungen wieder ab. Jeden Dienstag nachmittag findet ein Treffen auf dem Theaterplatz statt. Die Mitarbeiter der SH bringen warmes Essen mit, Tee, Brötchen. Der verantwortliche Mitarbeiter hält eine kleine Andacht, wir singen ein zwei Lieder, völlig schräg und disharmonisch, danach wird Essen und warmer Tee ausgeteilt. Das tut den Menschen gut, sind doch die Temperaturen hier zwischen -5 und 15 Grad. Normale Temperaturen im Winter, es wird noch kälter werden.
Die Arbeit ist wichtig und gut, aber verbesserungs- und ausbaufähig, (wie fast alles im Leben). Der medizinische, diakonische und ökonomische Aspekt könnte effizienter ausgebaut und vertieft werden. Die Intension, Menschen zu ein menschenwürdigen Leben zu verhelfen, die Qualität ihrers Lebens langfristig zu verbessern, darf nicht überdeckt werden von der Aktion für ein paar Stunden Nahrung , medizinische Versorgung, Ratschläge und geistlichen Trost  zu geben.

bei 5 Grad Celsius

Kakao für die Kinder


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