Jul 29 2010

Estado Plurinacional de Bolivia

Heute habe ich von unserer Öffentlichkeitsbeauftragten eine kurze Einführung in das Land bekommen. La Paz ist nicht nur eine Stdat oder DIE Stadt oder die Stadt mit Regierungssitz. Sie ist nur die 3. größte Stadt des Landes, das auf aymarischWuliwya Suyyu heißt. La Paz ist auch einer von 9 deparamentos, in die sich Bolivien verwaltungsrechtlich aufteilt. Der Bedeutung anch sind dies: La Paz, Santa Cruz, Cochabamba, Chuquisaca (Sucre), Potosí,  Bení, Pando, Oruruo, Tarija. Das departamento La Paz besteht aus 22 provincias. Die Stadt La Paz liegt in der Provinz Murillo. Es gibt 36 anerkannte indigenenSprachen die gleichberechtigt dem Spanischen als Amtssprachen anerkannt sind.

Etwa 72 % der Bevölkerung gehört der Indigenen Bevölkerung an, meist Quechua (30,7 %) und Aymara (25,2 %); 27,5 % der Bevölkerung sind Mestizen. Die übrigen Bewohner des Landes sind Weiße, meist Nachkommen der spanischen Kolonisten, aber auch ungefähr 40.000 Mennoniten.

Bolivien gehört zu den ärmsten Landern in Südamerika. Gegenüber Guatemala allerdings scheint Bolivien in Punkto Lebensqualität, Entwicklung, Kampf gegen Armut, Analfabetismus schon einige Schritte  mehr geschafft zu haben. Es gibt Bodenschätze, wie z.B. freie Erdgasvorkommen,  Lithiumvorkommen. 

Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor in der Landwirtschaft beschäftigt. Nur im tropischen Tiefland im Osten wird die Landwirtschaft dabei einigermaßen modern betrieben, im Altiplano mit seinen klimatisch ungünstigen Anbaubedingungen dagegen wird traditionell auf Subsistenz-Basis angebaut.

Kontrovers diskutiert ist der Koka-Anbau. Nach wie vor stellt er einen der Hauptwirtschaftszweige des Landes.  Coca ist nicht nur ein Rohstoff für Kokain, sondern wird von der Bevölkerung der gesamten Andenregion als Genussmittel genutzt wird, ob als Tee oder zum Kauen. Um den Cocaanbau ist ein heftiger Streit zwischen der Regierung und den Cocabauern entbrannt, der mit zu der chaotischen politischen Situation 2002–2003 führte. Der derzeitige Präsident Evo Morales gehörte vor seiner Wahl der Cocalero- (Kokabauern-)-Bewegung an. Huete muss erselbst Streiks und Ärger der Cocabauern ertragen.

Ich las, dass in Bolivien nur 85 % der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser hat, dass es 63 % Arme gibt und 37 % extreme Armut. Walter Scheel hat die Kooperation zwischen Dtl. und Bolivien ins Leben gerufen mit der Organisation DED, sie nahm am 31.12.1965 ihre Arbeit auf und schickte Freiwillige ins Land um Aufbau zu betreiben, Wissen, usw. zu vermitteln. Eine Studie zeigt, dass 6-7 Frauen von 10 häusliche Gewalt oder außerhäusliche Gewalt erleiden.

Unsere Klienten, also die, der Soforthilfe, bestehen aus:                                                                                                                                – 54 % Erwachsenen  (davon sind 11% Frauen und 43% Männer)

- 46 % Kinder und Jugendliche, die wir auf der Straße, in den Kindereinrichtungen und in den Gefängnissen betreuen 

D.h. wir betreuen mehr Erwachsene und Senioren als Kinder und Jugendliche, mehr männliche als weibliche Klienten.

- Bei 6 von 10 Kindern werden Menschenrechte verletzt.

- Nur 4 von 10 Jugendlichen beenden die Schule (8 Jahre Primaria und 4 Jahre Secundaria, Abschluss. Bachiller de Humanidades)

- 46% Kinder leiden an Unter- oder Mangelernährung, sind chronisch krank (HIV, Hepatitis, Krätze usw.). Sie leiden unter körperlichen, seelischen, sexuellem Missbrauch, Vernachlässigung durch die Eltern, bekommen keine Werte vermittelt und haben auch keine, stehen in Gefahr stofflich abhängig zu werden. Viele minderjährige Mädchen werden schwanger. Die meisten der Kinder beginnen ihr Arbeitsleben mit 7 Jahren.

- 54 % der Erwachsenen sind Analphabeten, leiden an Unter- oder Mangelernährung, an Alkohol Abusus und Obdachlosigkeit.

Besuch in einem Bergdorf über 4000 m in den Anden


Jul 12 2010

Hochzeit 29.05.2010

Ich habe die Hochzeit meiner Tochter mit dem Computergenie Tobias nicht vergessen, aber bis dato mangelte es mir an Fotos. Diese sind jetzt da. Ihr zwei seid ein wunderbares Brautpaar, wunderbare Menschen und ich bin stolz auf Euch.

Standesamt Siegen, 28.05.2010

Das Brautpaar


Jul 12 2010

Unas fotos más

Ein Teil einer von der SH besuchten Straßengruppe

 

Kinderstunde in der wärmenden Vormittagssonne auf der Straße


Jul 12 2010

Unas fotos………

Unterkünfte für die arme Bevölkerung

Relativ komfortable Unterkunft für Menschen der StraßeBesuch einer Straßengruppe


Jul 12 2010

en la calle

Vergangene Woche verbrachte ich überwiegend mit dem Team des  CDO’s, centro de organisacion. Durch Urlaub und Fortbildung geschwächt, waren die Mitarbeiter auf einen reduziert. Juan, Jose Luis, unser Arzt und ich unterstützten den Einzelkämpfer abwechselnd. Im CDO werden die Straßedneinsätze vorbereitet, d.h. es werden täglich an die 50 Brötchen mit Margarine geschmiert, Tee oder Kakao gekocht, der Arztkoffer aufgefüllt und eingepackt.  Ich habe in dieser einen Woche so viel Leid und Menschenunwürdiges gesehen, dass ich das gar nicht aufschreiben kann, denn dafür gibt es keine Worte; Kinder mit nackten Füßen bei 3 Grad, verdreckte Gesichterchen mit große Augen. Manchmal lächelnd (wegen des Kakaos und des Brötchens), machmal todtraurig. Ein Mädchen geht mir da gar nicht aus dem Kopf, abweisende Körpersprache, fehlender Blickkontakt, Anteilslosigkeit und Desinteresse. Soviel unendliche Traurigkeit und Resignation in diesen höchstens 10jährigen Kinderaugen! Betrunkene Obdachlose, am Boden zusammengekrümmt, unter sich lassend, mit rotunterlaufenden Augen, nicht mehr fähig um Hilfe zu flehen. Die Körper der Straßenleute übersät mit kleinen entzündeteten Geschwüren und anderen Verletzungen; zerrissene Kleidung, fehlende Schuhe, Schmerzen……Minderjährige, schwangere Straßenmädchen, Schuhe putzend, von den Macho-Jungs der Gang herumkommandiert. Eines der Mädchen der Intocables (der Gang der Unberührbaren) wird in 2 Wochen ihr erstes Kind zur Welt bringen. Wer hilft dir? fragte ich sie. Meine Gruppe, sagte sie. Oh Mann! Ich gab ihr meine Handynummer, damit sie mich anruft, wenn es soweit ist. Bin zwar keine Hebamme, aber irgendwie werden wir das Kind schon holen. Ganz geheuer ist mir die Sache ja nicht, kann nur zupacken und beten, dass Mutter und Kind die Geburt gut überstehen und nichts Schlimmes passiert, v.a. unter den unhygienischen Bedingungen und den kalten Temperaturen.
Ja, und so geht ein Tag nach dem anderen. Kleine Erfolge erlebe ich, wenn wir einen Obdachlosen nach Martin Lipa ins REHA Zentrum bringen können, weil er von der Straße weg will, oder in das Zentrum REMAR von einer befreundeten Holländerin (Seit gestern Vizefußballweltmeister) . Das sind Glücksmomente.
Nach hause komme ich so um 19:30 um noch etwas Schreibarbeit zu erledigen, das Erlebte zu überdenken, aufzuschreiben, abzulegen und zuentspannen, wenn möglich.

Wöchentlich werden von der SH circa 250 bis 300 Erwachsene, Jugendliche und Kinder besucht.  Manchmal treffen wir sie nicht am gewohnten Ort an, sie sind weitergezogen oder von der Polizei vertrieben worden. Manchmal sind sie auch einfach zu betrunken und /oder berauscht, als dass sie zum vereinbarten Ort gehen könnten. Einen unerfreulichen Zusammenstoß mit 4 Polizisten habe ich miterlebt, aber er ging glimpflich ab, die Polizei zog nach einigen Diskussionen und Beobachtungen wieder ab. Jeden Dienstag nachmittag findet ein Treffen auf dem Theaterplatz statt. Die Mitarbeiter der SH bringen warmes Essen mit, Tee, Brötchen. Der verantwortliche Mitarbeiter hält eine kleine Andacht, wir singen ein zwei Lieder, völlig schräg und disharmonisch, danach wird Essen und warmer Tee ausgeteilt. Das tut den Menschen gut, sind doch die Temperaturen hier zwischen -5 und 15 Grad. Normale Temperaturen im Winter, es wird noch kälter werden.
Die Arbeit ist wichtig und gut, aber verbesserungs- und ausbaufähig, (wie fast alles im Leben). Der medizinische, diakonische und ökonomische Aspekt könnte effizienter ausgebaut und vertieft werden. Die Intension, Menschen zu ein menschenwürdigen Leben zu verhelfen, die Qualität ihrers Lebens langfristig zu verbessern, darf nicht überdeckt werden von der Aktion für ein paar Stunden Nahrung , medizinische Versorgung, Ratschläge und geistlichen Trost  zu geben.

bei 5 Grad Celsius

Kakao für die Kinder