Mrz 30 2010

Der 6. Freitag in der Passionszeit

26. 03.10, Protesttag der Studenten

Offiziell wird der Protesttag als Parade bezeichnet und so wirkt er auch. Ein großes Spektakel, eine Mischung aus Karneval und Event. Aber die Studenten haben durchaus ernste Absichten. Es wird angeprangert, verurteilt und Missstände öffentlich gemacht, eingepackt in Maskerade. Expräsident, Politiker, Papst, die katholische Kirche, das Rechtssystem, die Justiz und die Polizei schneiden bei den Reden und Theaterstücken ebenso schlecht ab, wie die Politik der USA gegenüber Guatemala. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass die meisten Studenten nicht wissen um was es hier eigentlich geht, nicht die Wurzeln und die Intention der öffentlichen Universität kennen. Sie sind nicht mit der Geschichte der Proteste vertraut und es spielt in ihrem Leben auch keine Rolle. Hier geht es auch um ein Nicht Vergessen der Proteste zu Bürgerkriegszeiten, speziell um die Studeten, die hundertfach erschossen wurden, am sechstenFreitag in der Passionszeit. In d

Expräsident Alfonso Patillo. Verurteilt mit viel Zugeständnissen....

er diesjährigen Parade hat nichts an diese Studenten erinnert. Die Parade wird immer mehr Parade und immer weniger ernstzunehmender Protest, der wirklich Zustände verändert. Wie heißt es hier so treffend: “Deshalb stehen wir da, wo wir stehen”.


Mrz 19 2010

Fahrradtour rund um Xela

Chiquilaja, von Erdbeben und Stürmen gezeichnet

Die Comunidad wirkt verlassen, man sieht überwiegend alte Menschen. Schäden, die durch Naturereignisse entstanden, werden meist nicht ausgebessert. Warum auch? Und v.a. für wen? Die jungen Leute wollen in die Stadt, in die Hauptstadt, Arbeit finden und leben, nicht nur überleben.

Landschaft, Leute, Gepflogenheiten und Kultur eines Landes kennenlernen darf natürlich auch bei einem Sprachaufenthalt nicht zu kurz kommen. So haben wir bei ca 30 Grad eine vierstündige Fahrradtour über Berg und Tal unternommen. Comunidades rund um Xela. Die Wege sind staubig, die Erde trocken, es herrscht starker Wind. Doch wie beeindruckend ist es, v.a. die Indigenen in ihren Pueblos zu beobachten und sich ihres Tagestempos anzupassen.

Brunnen in der Comunidad Olintepeque

Brunnen und Gebäude mit Mayasymbolen aus gleichnamigen Kalender verziert, farbenprächtige Kleidung tipicas de mujeres y ninas gehen einher mit dem westeuropäischen Auftreten derwenigen  jungen männlichen Erwachsenen, Gegeelte Haare, Rolexkopien, Markenjeans (?), Machistisches Gehabe…..und Stille, als ob die Zeit stehen bliebe. Mittelpunkt der Comunidad bilden das Regierungsgebäude, die katholische Kirche, die öffentliche Schule und der Dorfplatz. Etwas weiter entfernt der Friedhof und wie hingewürfelt die casas y casitas aus einem Lehmgemisch der Einwohner.


Mrz 9 2010

Wie der Legende nach Mexico City entstand

Heute habe ich wieder eine Legende aus Mexiko gelesen, die die Entstehung des Nopalkaktus erklärt. Die Götter beschlossen, ca. 800 v.Chr., die Azteken neue Länder erkunden zu lassen. Sie sprachen: Geht nach Süden, ihr werdet neues Land betreten, groß und wunderschön. Und eines Tages werdet ihr einen Adler sehen mit einer Schlange im Schnabel umgeben von einer unbekannten Pflanze. An diesem Ort sollt ihr eine große Stadt erbauen.  1300 n. Chr. kamen die Azteken, gemäß dem Befehl ihrer Götter, nach langer, Jahrhundert langer, beschwerlicher Wanderung am See Texcoco an, der in einem großen Tal in Mexiko lag, umgeben von wunderbaren Wäldern.  Der oberste Priester sagte: Das ist der verheißene Ort, hier werden wir leben, bis uns die Götter anweisen die große Stadt zu erbauen. Doch überall rund um den See waren friedliche Völker angesiedelt. Deshalb wählten die Azteken eine große unbewohnte Insel als ihr Land aus. Mit den Azteken war auch ihr Hauptgott gewandert, der grausame Kriegsgott Huitzilopochtli, der von Menschenopfer nicht genug bekommen konnten. Jeden Tag verlangte er menschliche Herzen als Opfergabe. So wurden die Azteken ein kriegerisches, räuberisches und sehr gefürchtetes Volk. Im Norden lebte die Schwester des Kriegsgottes mit Ehemann und dem kleinem Sohn Copil. Dieser wollte eines Tages seinem Onkel im Süden begegnen und gegen ihn antreten. Die Eltern aber warnten ihn. Jahr um Jahr verging, der Jüngling wuchs heran, wurde kräftig, stark, intelligent und wunderschön. Eines Tages machte er sich mit vielen aus seinem Stamm auf, den Onkel aufzusuchen und zu bekriegen. Doch ihre Ankunft blieb nicht unbemerkt. Der Kriegsgott schickte des Nachts 3 seiner Priester auf die Insel, die Copil als Nachtlager gewählt hatte. Der jüngste der Priester sagte voll Ehrfurcht, dass Copil einer der ihren sein könnte, aber der älteste nahm sein Messer, spaltete die Brust Copils und entnahm sein Herz. Huitzilopochtli befahl das Herz auf der anderen Insel zwischen den schlechten Pflanzen zu beerdigen. Doch wie staunten alle, als am nächsten Morgen, da wo das HHerz begraben wurde eine Große Pflanze, der Nopalkaktus mit großen roten Blättern gewachsen war. Diese sollte immer wieder an den jungen Copil erinnern. Ein starker Wind blies, die Sonne verschwand und Stimme des Kriegsgottes, wie ein Donner sprach: Die Prophezeiung ist erfüllt. Deshalb werde ich in meine Himmelswohnung zurückkehren.  Denn hier bewacht nun die Wüste mein Dorf. Die menschlichen Opfer können nun herrschen über diese Tal und die Regionen. Einige Tage später bekamen die Azteken das erwartete Zeichen. Sie sahen einen Zweig der neuen Pflanze, des Nopal, umrangte  einen Adler mit einer Schlange im Schnabel. Jetzt wussten sie, dass sie an diesem Ort eine große Stadt erbauen sollten, genannt Tenochititlan, zu ehren Tenoch, den obersten Priester. Heute heißt die Stadt: Mexico City.


Mrz 6 2010

Historias

„Die Flecken der Kröte“ aus Argentinien. „Die weißen Blumen“ aus Mexiko, „Göttin Mond“ aus Paraguya und  „Das Erbe des Paters Benedicto“ aus Mexico .

„Die Flecken der Kröte“: Die Vorbereitungen aller Vögel unter dem Himmel liefen auf Hochtouren. Es wurde geprobt, gesungen, gestimmt, toniert, solo und im chorus geprobt, schließlich wollte man sich beim großen Festival der Lieder im Himmel nicht blamieren. Alle Vögel waren beteiligt. Alle? Nein, da allgemein bekannt war, dass der Rabe nur krächzen kann, wurde mit einhelligem Beschluss aus der Festgemeinde ausgeschlossen. Doch der Rabe ließ sich nicht entmutigen, er nahm seine Gitarre und studierte eine Ballade ein. Neugierig geworden, wer wohl der Urheber so vieler aufeinander folgender falscher Töne sein könne, wagte sich die Kröte aus ihrem feuchten Unterholz und fragt den Raben, ob er sie nicht mitnähme zum Fest des Himmels. Der Rabe hatte außer einem mitleidig verächtlichen Grinsen nur barsche, abweisende Worte für die Kröte. In einem unbeobachteten Moment, versteckte sich die Kröte in der Gitarre und wurde so unbemerkt zum Fest des Himmels mitgenommen. Es war ein prachtvolles und an Kunstgenuss nicht zu überbietendes Festival. Nur dem Raben wurde die Ehre eines musikalischen Vortrages nicht zu Teil; weshalb die Heimreise in der Gitarre sehr aufregend, unbequem und stürmisch wurde. Schließlich fiel die Kröte kurz vor der Landung aus dem Gitarrenloch, platschte, trotz inständigem Gebet die Götter mögen doch die Steine aus dem Weg räumen, eben auf solche. Seitdem haben die Kröten Flecken und Pusteln auf ihrer Haut, damit sie immer daran erinnert werden, dass sie Kröten sind und keine Vögel.   

„Die weißen Blumen“ berichten über 2 verfeindeten Imperien, dem Reich der Azteken und dem Reich der Laztekas. Eines Tages sandte der König der Azteken seine Boten ins Land der Laztekas und forderte die seltenen weißen Blumen der Lazteken. Sollte der junge König dieser Anordnung des Aztekenkönigs nicht entsprechen, werde ihm nicht nur die seltenen Blumen genommen werden, sondern auch sein Königreich. Der junge König überlegte nicht lange und lehnte ab, schließlich wuchsen diese Pflanzen nur in seinem Land und jeder Versuch, diese an anderen Stätten zu kultivieren war fehlgeschlagen. Nach Abreise der Boten wurde sofort Kriegsrat gehalten und man arbeitete einen listigen Plan zur Verteidigung im Ernstfall aus. Vergiftete Pfeile, Schirmschilder, Meldeposten, Lanzen und ein ausgeklügeltes Nachrichtensystem machten es dem Aztekenkönig unmöglich, die Blumen zu rauben. So griff er auf eine uralte List zurück. Er schickte seine bezaubernde Tochter in das ferne Land. Dort gab sie sich als verirrte Fremde aus. Eines Tages begegnete ihr der junge König bei einem Spaziergang und war sehr von ihrer Anmut und Schönheit angetan. So bot er ihr an, in seinem Palast zu wohnen. Nach einiger Zeit fragte der König das Mädchen ob sie seine Frau werden wolle. Da antwortetet das Mädchen: „Ich muss zurück zu meinem Vater, dem Aztekenkönig, wenn es dir Ernst ist, wirst du nachkommen.“ Die Prinzessin musste nicht lange warten bis die Abgesandten des jungen Königs bei dem Vater eintrafen und im Namen des jungen Laztekenkönigs um die Hand der Tochter baten. Gerne gewährte dieser der Bitte, hatte er doch so Zugang zum Imperium des jungen Königs. Er erklärte seiner Tochter noch einmal den Plan, der das Ausspionieren des Verteidigungsringes als Inhalt hatte. Die Tochter war sehr stolz, dass ihr Vater so viel Vertrauen in sie setzte und wollte alles tun um dieses nicht zu enttäuschen. So wurde Hochzeit gefeiert und die Zeit verging. Immer wieder fragten Boten des Aztekenkönigs die Königin ob sie schon etwas herausbekommen hätte. Aber jedes Mal musste sie verneinen. Eines Tages aber offenbarte ihr der junge König das Geheimnis. Doch, als sie ihm so lauschte und andächtig zuhörte, wurde ihr Herz von seinen Worten berührt, seine Stimme war samten wie Seide und voll Liebe zu ihr. So wurde sie überwunden und verliebte sich in den jungen König. Nun musste sie ihrerseits ihrem Gemahl alles erzählen, von der List, von dem Vorhaben, von dem Betrug. Doch er vergab ihr. Zusammen suchten sie die kräftigsten Blumen, Knollen und Samen der weißen Blume heraus und übersandten sie dem König der Azteken. So lebten sie glücklich und noch viele Jahre friedlich nebeneinander.

Göttin Mond: Eines Tages beschlossen die Götter des Himmels die Erde zu besuchen um nach dem Rechten zu schauen. In zweiergruppen durchwanderten sie die Erde. DieGöttinnen Mond und Nebel durchwanderten Paraquaya uns fanden alles sehr schön. Der Tag neigte sich dem Ende zu und Göttin Mond musste zurück um ihren Verpflichtungen des Nachts nachzukommen. In diesem Moment entdeckte Göttin Nebel eine wunderbare Blume, die sie mit zunehmen gedachte. Beim Abpflücken dieser wunderschönen Pflanze sprang ein riesiger Tiger aus dem Dickicht und da die Göttinnen in Menschengestalt waren, wollte er sie verschlingen. Diosa Luna und ebenso Diosa Nube waren vor Schreck erstarrt und unfähig sich in ihre göttliche Gestalt zurück zu verwandeln. Im letzten Moment streckte ein vergifteter Pfeil eines alten Campesinos den Tiger nieder. Er rief: rennt, rennt, rettet euer Leben!“. Aber die beiden Frauen waren wie gelähmt. Mit letzter Kraft erhob sich erneut der Tiger um wenigstens eine der beiden Schönen mit in den Tod zu nehmen. Aber der Campesino was erneut schneller und tötete ihn. Diosa Luna erwachte zuerst aus ihrer Erstarrung, bedankte sich bei dem Alten und sprach: „Du hast unser Leben gerettet, das Leben zweier Göttinnen. Morgen, wenn du wieder an diesen Ort zurückkehren wirst, werden hier Pflanzen wachsen, die noch niemand gesehen hat. Die Blätter der Pflanzen röste über dem Feuer, trockne sie und mache ein Pulver daraus. Dieses mit heißem Wasser aufgebrüht ergibt ein göttliches Getränk, das gegen Durst und Hunger hilft. Gib es deinem Volk.“ Mit diesen Worten waren die Göttinnen verschwunden, sie hatten nichts hinterlassen, nicht einmal einen Fußabdruck. Der Alte ging zurück in sein Dorf. Sprach mit niemand, legte sich schlafen und träumte von den Göttinnen. Am nächsten Morgen  beeilte er sich an den Ort zurückzukehren. Dort waren über Nacht unbekannte Pflanzen gewachsen. Er hielt sich genau an die Anweisungen der Göttin, und erzählte seinem Volk die Begebenheit des Vortages. Der Pflanze wurde der Name gegeben, den Diosa Luna dem Alten ins Ohr geflüstert hat: Mate.

„Das Erbe“: Es war ganz still in der Kapelle. Man hörte nur das Murmeln der Brüder, Glocken läuteten, und dann wurden Lieder angestimmt. Als die Messe ihren Höhepunkt erreichte, öffnete sich die Tür der Kapelle und ein unbekannter Mönch betrat den Raum, sein Gesicht konnte nicht erkannt werden, weil er die Kapuze tief in die Stirn gezogen hatte. Schließlich verließen die ehrwürdigen Brüder die Kapelle um ihren Verpflichtungen nach zu gehen. Der Schlüsselhüter aber blieb in der Kapelle um den fremden Bruder zu begrüßen. Wie erschrak er, als er sah, dass der Unbekannte kein Mensch aus Fleisch und Blut war, aus einem Totenschädel starrten ihn leere Augenhöhlen an. Das Skelett sagte: „Fürchte dich nicht. Ich diente einst in diesem Orden und war, wie du der Schlüsselhüter. Mein Name damals war Bruder Benedicto. Eines Tages wurde ich in die Hauptstadt gerufen. Ein entfernter Verwandter war gestorben. Dieser hat für seinem Bruder Ramiro Javez, ein großes Erbe hinterlassen. Aber in der Nacht brachen große Unruhen aus und so bat mich Senor Javez das Erbe, Gold und Schmuck mit in das Kloster zu nehmen, dort zu verstecken, bis die Unruhen gelegt hatten. So geschah es. Ich versteckte den Schatz im Boden des Auditoriums. Jahre vergingen. Die Unruhen wurden stärker und schließlich starb der Senor Javez. Auch ich verstarb noch ehe ich jemanden von dem Geheimnis erzählen konnte. Du, Bruder Franziskus, sollst den Schatz heben.“ „Was soll damit geschehen? Soll ich ihn an die Armen verteilen?“ „Nein, gehe mit dem Erbe in die Hauptstadt, dort im Gefängnis sitzt der Enkelsohn des Senores Javez. Bring ihn sein rechtmäßiges Erbe.“ Bruder Benedicto verschwand. Bruder Franziskus weihte den Pius ein und zusammen hoben sie den Schatz. Tags darauf fuhr der Bruder in die Hauptstadt und besuchte den Enkelsohn Juan Javez. Dieser war sehr verwundert über den Besuch eines Paters. Juans Gläubiger hatten ihn ins Gefängnis gebracht, da dieser einen hohen Betrag, den er sich geliehen hatte nicht zurückzahlen konnte. Er konnte sein Glück nicht fassen. Aus Dankbarkeit gab er  den Armen von seinem Schatz ab und besucht jedes Jahr am Tag des Besuches des Bruders Franziskus, das Kloster und dankte Gott.


Mrz 3 2010

teatro municipal

Das lachende Antlitz